Goldener Rohstoff Stroh

Früher wurde Stroh häufig als Dämmmaterial eingesetzt, geschlafen hat man auf einer Matratze aus Stroh. Inzwischen wird mit dem nachwachsenden Rohstoff in verschiedenen industriellen Bereichen geforscht und entwickelt. So wird Stroh zum Beispiel eingesetzt, um Biokraftstoffe zu entwickeln, die fossile Kraftstoffe ersetzen können, oder um Isolierverpackungen herzustellen, die Styropor ersetzen.

Treibstoff und Dämmstoff mit Bio Power

Nachhaltigkeit wird in unserer Gesellschaft und in industriellen Anwendungen immer wichtiger. Im Mittelpunkt dabei: die Endlichkeit fossiler Brennstoffe und der Ersatz nicht umweltverträglicher Werkstoffe. Ein nachwachsender Werkstoff, auf den sich Unternehmen zunehmend in ihrer Forschung und Entwicklung fokussieren: Stroh. So verspricht eine neuartige Technologie den nachhaltigen Antrieb von Fahrzeugen durch Treibstoff aus Stroh, strohgedämmte Gebäude sind bei Architekten wieder en vogue und in nachhaltigen Isolierverpackungen ersetzt Stroh den auf Erdölbasis hergestellten Polystyrol-Hartschaum (EPS), besser bekannt unter dem Namen Styropor.

Nachhaltige Verpackungslösung

Bei der Forschung, Entwicklung und dem Einsatz biogener Roh- und Reststoffe spielt die Politik eine wichtige Rolle. So hat die Bundesregierung zum Beispiel mit dem Verpackungsgesetz, das Anfang 2019 in Kraft getreten ist, ein deutliches Zeichen für mehr Transparenz und langfristig nachhaltigere Verpackungen gesetzt. Das am häufigsten verwendete Verpackungsmaterial im Kühlversand ist bisher noch das erdölbasierte Styropor. Doch Verwender suchen aktiv nach Alternativen.

Klimafreundlich isoliert

Im oberbayrischen Alling stellt das Unternehmen Landpack nachhaltige Isolierverpackungslösungen her: klimaneutral mit Wasserkraft und mit Produkten aus den zu 100% nachwachsenden Rohstoffen Stroh, Hanf und Jute. Das Stroh für die sogenannte Landbox® wird von Landwirten aus dem Großraum München bezogen. Es steht nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion, sondern fällt als Abfallprodukt an. Bis zu 10 Mio. Tonnen Getreidestroh können in Deutschland jährlich anderen Anwendungen zugeführt werden, ohne ökologische Nachteile.

Ökologisch über die gesamte Wertschöpfungskette

Für die Landbox® werden Strohfasern in Reinform verwendet. Diese  können besonders energiesparsam und ohne weitere Zusatzstoffe nach Methoden aus der Lebensmitteltechnik verarbeitet werden. Jeder Prozessschritt vom Aufbau bis zur Ernte wird überwacht. Das Ergebnis ist vielleicht sogar das reinste Stroh der Welt. Neben ihrer ansprechenden Optik überzeugt die Landbox® durch ihre hohe Funktionalität, die bislang nur von Styropor bekannte Isolierleistung. Zudem ist die Isolierverpackung feuchtigkeitsregulierend und stoßdämpfend. Praktisch: Nach der Nutzung kann die Landbox® komplett im Biomüll entsorgt oder auch ökologisch sinnvoll zum Restmüll gegeben werden. Möglich ist aber auch eine weitere Verwertung im Garten oder bei Haustieren. So wird das Stroh wieder in den natürlichen Wertstoffkreislauf zurückgeführt.

 

Beispiel Landpack