Konservierung mit Bienenwachs

Ob Sandwich und Snack fürs Büro, Salat zum Grillen oder Brotzeit für unterwegs – Frischhalte- und Alufolie sind in vielen Haushalten die erste Wahl, wenn es um das Verpacken frischer Lebensmittel geht. Kaum benutzt, landen die wenig umweltverträglichen Folien auch schon im Müll. Ein findiges Start-up vom Bodensee zeigt, dass Konservieren auch nachhaltig geht, mit Bienenwachstüchern.

Bienenwachstücher sind eine plastikfreie, umweltfreundliche und nachhaltige Alternative zu Frischhalte- und Alufolie – und eigentlich gar keine innovative Idee. Denn schon die alten Ägypter nutzten mit Bienenwachs überzogene Tücher zur Konservierung von Lebensmitteln. Das Start-up „little bee fresh“ vom Bodensee hat diese Idee wieder aufgegriffen und bietet die praktischen, wiederverwendbaren Alltagshelfer in verschiedenen Größen sowie in einer veganen Variante aus pflanzlichem Wachs. Der Vorteil der Tücher im Vergleich zu künstlichen Alternativen ist, dass sie nachhaltig, biologisch abbaubar, luftdurchlässig und antibakteriell sind – Lebensmittel halten darin deshalb länger frisch als in Plastikfolie. Nach dem Gebrauch werden sie einfach mit kaltem Wasser und sanftem Spülmittel gereinigt, getrocknet und wiederverwendet. Bei entsprechender Pflege halten sie so viele Monate. Am Ende ihres Lebenszyklus sind die Tücher kompostierbar oder beispielsweise als Grillanzünder nutzbar.

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Nachhaltige Inhaltsstoffe

Bienenwachstücher eignen sich, um angebrochene Lebensmittel, Brot oder Snacks zu verpacken oder um Schüsseln und Gläser abzudecken. Dabei ist eine Verwendung im Kühlschrank und sogar im Gefrierfach problemlos möglich. Bienenwachstücher bleiben in kaltem Zustand hart und stabil und sind angewärmt anschmiegsam und formbar. little bee fresh verwendet für die Herstellung der Tücher GOTS-zertifizierte Baumwolle und Bienenwachs von Bioland-Imkern aus Deutschland. Das Baumharz stammt aus einer traditionellen Pecherei in Österreich, das Bio-Jojobaöl aus Israel. Die vegane Alternative enthält pflanzliches Wachs aus Deutschland, das auf Pestizidfreiheit geprüft wurde. Bedruckt werden beide Varianten der Tücher mit veganen Farbstoffen.

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Vom Zufall zur Gründung

Die Idee für die Herstellung und den Vertrieb der Bienenwachstücher verdanken die Gründerinnen, Rosemarie Jürgens und ihre Tochter Angelika, einem Zufall. Bei der Renovierung ihres neu bezogenen Hauses stieß Angelika auf dem Dachboden auf ein Tagebuch der früheren Bewohnerin. Darin fand sie neben verschiedenen Rezepten auch eine Beschreibung, wie die Vorbesitzerin ihre Lebensmittel in Bienenwachstüchern frisch gehalten hatte. Da die Familie ohnehin schon weitgehend auf Plastik verzichtete, starteten sie erste Experimente mit dem eigenen Bienenwachs aus ihrer Imkerei – mit Erfolg. Seit 2017 produzieren Mutter und Tochter ihre Bienenwachstücher und bieten umweltbewussten Verbrauchern eine Möglichkeit, weniger Müll zu produzieren und Plastik zu reduzieren.

Ressourcenschonung und Abfallvermeidung bzw. die Wiederverwertung von nachhaltigen Roh- und Reststoffen stehen im Mittelpunkt der innovativen Online-Plattform, die Erzeuger und Abnehmer vernetzt und ihnen neue Geschäftswege eröffnet. Eine echte Win-win-Situation für die Umwelt, Unternehmen und Verbraucher.

 

Beispiel Bienenwachstücher