Abstract zum Global Food Summit 2019

Die „Digitale Rohstoffbörse für nachhaltige Roh- und Reststoffe“ – ein digitaler Marktplatz für biobasierte Wirtschaftskreisläufe

 

Das 21. Jahrhundert steht im Zeichen von Klimaschutz, Erhalt der Biodiversität, Sicherstellung der Welternährung und effizienterer Ressourcennutzung. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fördert deshalb Projekte im Rahmen des nachhaltigen Wirtschaftens. Eines dieser Projekte ist ein digitaler Online-Marktplatz, eine neue Art von Handelsplattform, die neue Wege im nachhaltigen Rohstoffmanagement aufzeigt.

Die effiziente Nutzung nachwachsender Roh- und Reststoffe sowie die bestmögliche Vernetzung von Erzeugern und Abnehmern sind primäre Ziele dieses nachhaltigen Wertschöpfungsnetzwerkes.

Achtzig Prozent von geschätzt ca. 10 Milliarden Menschen der Weltbevölkerung werden bis 2050 in Städten leben. Eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion ist deshalb ein wichtiger Teil der Versorgungslösung. Das heißt, vermehrt auf nachhaltig produzierte Lebensmittel zu setzen, Erzeugung, Transportweg und Verarbeitung in die Energiebilanz der Nahrungsmittelerzeugung mit einzubeziehen und auf diese Weise auch den CO2-Fußabdruck von Lebensmitteln zu berücksichtigen. Daneben sind regional und zentrumsnah wesentliche Kriterien für die Nahrungsmittelversorgung. Weitere Schlüsselkomponenten für mehr Nachhaltigkeit sind: Entsorgung auf möglichst kurzem Wege sowie die Erzeugung von so wenig wie möglich an Lebensmittelabfällen

Auch in der industriellen Produktion – stoffliche wie energetische Nutzung – setzen immer mehr Branchen bei der Wahl ihrer Ausgangsstoffe auf nachwachsende Rohstoffe aus land- und forstwirtschaftlicher Erzeugung. Hersteller erkennen zunehmend, dass alternative Rohstoffe das „Gold“ einer zukunftsfähigen Wirtschaft sind, in welcher die Optimierung der Nutzung von Roh- und Reststoffen zur Maxime geworden sein sollte. Faktisch soll unsere Wirtschaftsweise nachhaltiger gestaltet werden – unter den Aspekten ökonomisch, ökologisch und sozial verträglich. Gleichzeitig soll aber auch unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden. Diese Herausforderungen machen Veränderungen nötig, die durch die Entwicklung und Nutzung neuer digitaler Werkzeuge erreicht werden können. Werkzeuge, welche Angebot und Nachfrage schnell zusammenbringen und gleichzeitig den auf Angebot und Nachfrage beruhenden „besten“ Preis ermitteln können. Unsere neue digitale Handelsplattform ist so ein neues Werkzeug.

Ein bewusster und effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen ist eine Schlüsselkompetenz einer zukunftsfähigen Wirtschaft und Gesellschaft. Biobasiertes Wirtschaften und nachhaltige Produktionskreisläufe sind ein zentrales Thema der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“. (Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2010).

Schlussfolgerung: Weil Ernährung und Klimaschutz nicht zu trennen sind, ist eine digitale Handelsplattform für nachwachsende Rohstoffe ein unabdingbarer Schritt in eine nachhaltigere Zukunft.

 

Projektkontakt:

Kompetenzzentrum für Ernährung – KErn
Silvia Hrouda
Tel. +49 (0) 8161/71 2778
poststelle@kern.bayern.de

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